Zoll –
Aktuelle Informationen
für den europäischen E-Commerce

Für in die EU eingeführte Waren werden Zölle erhoben. Auf unserer Themenseite finden Sie alle wichtigen Informationen und News zur Einfuhrumsatzsteuer, Zollkosten, Zolltarifnummern, dem IOSS und vielem mehr.

Auf Waren, die aus Drittländern in die Europäische Union importiert worden, sind grundsätzlich Abgaben in Form von Zöllen fällig. Aufgrund der Funktion der EU als Zollunion fallen beim Warenverkehr innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten keine Zölle an. Die Verwaltung und Erhebung der Zölle obliegt den einzelnen EU-Staaten. Die Zolleinnahmen stehen der EU zu. Die durchschnittlichen Zolleinnahmen liegen bei ungefähr 5 Milliarden Euro. Sie sind eine der Einnahmequellen der EU.

Zollgebühren

Wer Dinge mit einem Warenwert von über 22 Euro in die EU importiert, muss Zollgebühren zahlen.

Warenwert

22 Euro bis 150 Euro: Bis zu einem Warenwert von 150 Euro gilt Importgut als „Ware mit geringem Wert“. Hier muss lediglich die Mehrwertsteuer für die Ware gezahlt werden, der Import ist zollfrei.

Über EUR 150: Bei einem Warenwert über 150 Euro wird der Import zollpflichtig. Dazu muss die Mehrwertsteuer und  ein prozentualer Zollsatz auf den Kaufpreis (inkl. Versandkosten) bezahlt werden zu bezahlen. Der Zollsatz ist jedoch vom Produkt abhängig.

Mehrwertsteuer

Bei der Einfuhr von Waren mit einem Wert über 22 Euro wird die derzeit gültige MwSt. auf den Gesamtkaufpreis erhoben. Dabei werden die Versand- und Versicherungskosten zum Warenwert hinzugerechnet. Als Grundlage für die Berechnung der Einfuhrabgaben gilt der sogenannte Transaktionspreis der Ware.

Zollsätze

Die Zollsätze variieren stark und werden oft angepasst. Auf der Seite Zolltarifnummer.de zum Beispiel finden Sie eine komplette Übersicht inklusiver eventueller Handelsbeschränkungen.

Zollanmeldung

Der Empfänger erhält erst Zugriff auf seine Waren, wenn diese zu einem Zollverfahren angemeldet und von der Zollstelle überlassen worden sind. Die Zollanmeldung erfolgt bei der Zollstelle abzugeben, bei der die Waren gestellt werden. Bei der Anmeldung müssen alle für das gewählte Zollverfahren und die Zollbehandlung Angaben gemacht sowie alle notwendigen Unterlagen (z. B. Rechnungen und Beförderungspapiere) zur Verfügung gestellt werden. Der sogenannte Anmelder hat hierbei folgende Pflichten:

  • Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in der Zollanmeldung
  • Echtheit, Richtigkeit und Gültigkeit aller vorgelegten Unterlagen
  • Erfüllung aller Pflichten, die sich aus dem angemeldeten Zollverfahren ergeben

Zolltarifnummer

Die Zolltarifnummer, oder auch Warennummer genannt, ist eine Zahlenkombination, die Rückschlüsse über die Beschaffenheit einer Ware gewährleistet und im gesamten Gebiet der World Trade Organisation (WTO) akzeptiert wird. Sie dient der Ermittlung von Im- und Exportbestimmungen. Anhand der Zolltarifnummer lässt sich also feststellen, ob für die zu verbringende Ware ein Import- oder Exportverbot oder Vorbehalt vorliegt. Des Weiteren dient sie der steuerrechtlichen Ermittlung von möglicherweise vorliegenden Ausfuhrabgaben und der Ermittlung des Verbrauchsteuersatzes. Eine Zolltarifnummer kann dabei unterschiedliche Längen haben. Eine 8-stellige Zahl ist bei der Ausfuhr von Waren anzugeben. Bei der Wareneinfuhr kommen noch drei weitere Ziffern hinzu. Darüber lassen sich etwa Antidumping-Regeln und nationale Bestimmungen hinsichtlich Umsatzsteuer, Verbote, oder Beschränkungen erfassen.

EORI

Die EORI-Nummer für den grenzüberschreitenden Handel mit Nicht-EU-Ländern vereinfacht die Zollabwicklung. Die EORI-Nummer ermöglicht die eindeutige Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten und anderen Personen in ihren Beziehungen zu den Zollbehörden. Sie macht auch den Warenverkehr besser überprüfbar.
Erfahren Sie, wie Sie eine EORI-Nummer beantragen und wie diese beim Handel und Zoll innerhalb und außerhalb der EU angewendet wird.

Einfuhrumsatzsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht der Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer, welche beim Kauf oder Verkauf von Waren und  Dienstleistungen im Inland bzw. innerhalb der EU anfällt. Die Einfuhrumsatzsteuer ist eine Verbrauchsteuer sowie eine Einfuhrabgabe im Sinne der zollrechtlichen Vorschriften. In Deutschland wird sie von der Zollverwaltung erhoben. Steuerpflichtig können Unternehmen sowie Privatpersonen sein.

Grundlage der Steuer ist, dass Waren im Ausland von der Umsatzsteuer entlastet sind,  in Deutschland, respektive in der EU aber nicht ohne diese Umsatzsteuer an den Kunden gelangen soll. Die Besteuerung bei der Einfuhr vermeidet das.

Wer muss die Einfuhrumsatzsteuer zahlen?

Jeder der aus einem nicht EU-Land Waren empfängt, muss die Einfuhrumsatzsteuer zahlen.

Wie wird die Einfuhrumsatzsteuer berechnet?

Zur Ermittlung der Einfuhrumsatzsteuer wird vom Zollamt zunächst ein Zollwert festgelegt. Dieser beinhaltet neben dem Warenwert auch ausländische Steuern und Versandkosten. Hiervon wird eine Zollabgabe berechnet. Als Berechnungsgrundlage dienen der Zollwert plus Zollbetrag und Transportkosten. Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt in Deutschland 7 bzw. 19 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Freibeträge:

  • Gewerblicher Import: 22 Euro
  • Einmalige Geschenksendung an Privatperson: 45 Euro

Unternehmen dürfen die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen, wenn sie nicht als Kleinunternehmer von der gesetzlichen Umsatzsteuer befreit sind.

IOSS – der Import-One-Stop-Shop der EU

Das IOSS-Verfahren ist eine seit dem 1. Juli 2021 EU-weit geltende umsatzsteuerrechtliche Sonderregelung für „Fernverkäufe“ von im E-Commerce gehandelten Waren. Die IOSS-Sonderregelung ermöglicht es Onlinehändlern, die unter das IOSS-Verfahren fallenden Umsätze in einer einzigen Steuererklärung an eine zentrale Stelle (in Deutschland das Bundeszentralamt für Steuern, BZSt) zu übermitteln. Das IOSS-Verfahren gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten. Jeder der EU-Mitgliedsstaaten richtet eine „einzige Anlaufstelle für den Import, den Import-One-Stop-Shop, IOSS, ein.

Headerbild IOSS Plus

Außenhandelsstatistik

Die Außenhandelsstatistik dient der Erfassung des Warenverkehrs von allen beweglichen Sachen, lebenden Tieren und Strom bei der Einfuhr und Ausfuhr über die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland – das ATLAS-Verfahren. Anhand der Meldungen über die Ein- und Ausfuhren von Waren aus bzw. in die einzelnen Länder erstellt das Statistische Bundesamt jeden Monat Außenhandelsstatistiken.
Die Grundlage bilden dabei der Handel mit EU-Mitgliedstaaten (Intrahandel) und auch mit Drittländern (Extrahandel) sowie der Handel mit Waren, die unentgeltlich oder auf ausländische Rechnung importiert bzw. exportiert werden.

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