E-Commerce, Newsroom | 23. Dezember 2022

Deutscher Onlinehandel verliert jährlich ca. 2,5 Mrd. Euro Umsatz

Eine Umfrage des Headless-CMS-Anbieters Storyblok zeigt die enormen Auswirkungen und Verluste, die schlechtes Website-Design auf die deutschen E-Commerce-Unternehmen hat, aber vor allem, warum und in welcher Höhe. von

2.000 Verbrauchende in Deutschland wurden zu ihrem Online-Einkaufsverhalten und ihrer Meinung zur Funktionalität von Websites befragt. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Einkäufe aufgrund von schlechtem Design bzw. mangelhafter Programmierung und schlechter Benutzerfreundlichkeit abbrechen. Im Durchschnitt schätzen diese Verbrauchenden, dass die Käufe einen Gesamtwert von ca. 67 EUR gehabt hätten – wobei 26 Prozent sogar angaben, dass sie Einkäufe im Wert von mehr als 100 EUR aufgrund schlechter User Experience abgebrochen haben.

Bei 49 Millionen Menschen in Deutschland, die online einkaufen und 76 Prozent der Online-Einkaufenden, die einen durchschnittlichen Einkaufswert von 67,26 EUR abbrechen, schätzt Storyblok, dass sich der Umsatzverlust aufgrund schlechter Website-Funktionalität auf ca. 2,5 Milliarden Euro jährlich beläuft.

Die Gründe für abgebrochene Einkäufe

Zu den Gründen, nicht auf einer Website einzukaufen, gehören für die deutschen Nutzer eingeschränkte Zahlungsfunktionen, schlechte Navigation bzw. schlechtes Layout, nicht wettbewerbsfähige Preise und unübersichtliche Webseiten, gefolgt von nervigen Pop-Ups, langsamen Ladezeiten und altem, längst überholten Content. Die 18- bis 25-Jährigen nannten ein unübersichtliches Design und zu viele Pop-Ups als Hauptgrund für das Verlassen einer E-Commerce-Website. Eine einfache Navigation, schnelle Ladezeiten und ein schlichtes Design empfinden sie hingegen als wichtigste Bestandteile einer guten Nutzererfahrung. Die Meinungen von mehr als 80 Prozent der über 55-Jährigen spiegelten das Stimmungsbild der jüngeren Generation und empfanden ebenfalls eine einfache Navigation und schnelle Ladezeiten als wichtigste Faktoren.

Bei den abgebrochenen Käufen zeigt sich, dass jüngere Verbrauchende den größeren Anteil ausmachen. Im Durchschnitt brechen 83 Prozent der 18-24-Jährigen Warenkörbe im Wert von 58,79 EUR ab, wohingegen nur 68 Prozent der Nutzer zwischen 55 und 64 Jahren Warenkörbe mit einem höheren Durchschnittswert von ca. 66 EUR abbrechen.

Dominik Angerer, CEO und Mitbegründer von Storyblok, sagt: „Verbrauchende wollen einfach zu navigierende, intuitiv gestaltete und schnell ladende Websites. Viele E-Commerce-Websites sind jedoch noch unzureichend gestaltet. Vier entgangene Käufe pro Kunden mögen erst einmal nicht viel erscheinen, aber wenn man dies auf die Anzahl der potenziellen Neukunden hochrechnet, die den Unternehmen hier entgehen, wird daraus eine beträchtliche Summe. Einfachheit und Übersichtlichkeit sind immer noch wichtige Faktoren, um Kunden anzuziehen – aber es ist wichtig, zuerst die Grundlagen zu schaffen. Wenn Unternehmen zum Beispiel in eine Headless-kompatible Commerce-Tech-Infrastruktur investieren, können sie die Grundlage für eine großartige sowie schnelle E-Commerce-Nutzererfahrung schaffen.“

Weihnachtsshopping findet verstärkt online statt

Eine positive Nachricht für die deutschen E-Commerce-Unternehmen ist, dass 19 Prozent der Verbrauchende angeben, dass sie in diesem Jahr mehr Weihnachtseinkäufe online tätigen als im letzten Jahr. 18 Prozent gaben an, sie würden weniger einkaufen und 55 Prozent planen, ungefähr gleich viel wie im Vorjahr zu kaufen. Die größten Zuwächse bei den geplanten Online-Einkäufen wurden in Bremen (29 Prozent) und Hamburg (28 Prozent) verzeichnet, während die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (33 Prozent) und Bayern (27 Prozent) die größten Minderausgaben planen.

Die Untersuchung vergab außerdem, dass Verbrauchende in Deutschland im Durchschnitt innerhalb von weniger als 19 Sekunden entscheiden, ob sie auf einer E-Commerce-Website bleiben oder sie wieder verlassen möchten – in den USA waren es ebenfalls 19 Sekunden und im Vereinigten Königreich nur 15 Sekunden.